Singen ist mehr als Klang. Es ist ein sozialer Akt – vielleicht einer der radikalsten, die wir kennen.
Im Chor begegnen sich Menschen nicht über Argumente, sondern über Schwingung. Dort, wo Worte oft trennen, entsteht durch Stimme ein gemeinsamer Raum: ein Resonanzfeld, in dem Unterschiede nicht verschwinden, aber ihre trennende Kraft verlieren. Resonanz ist kein Gleichklang – sie ist das Aushalten und Gestalten von Differenz im gemeinsamen Atem.
Gerade im Kontext von Inklusion zeigt sich die gesellschaftliche Relevanz dieses Prinzips. Inklusion bedeutet nicht Anpassung, sondern Teilhabe. Nicht „Trotz Unterschied“, sondern „durch Unterschied“. Der Chor ist dafür ein Modell: Jede Stimme bleibt eigen – und wird gerade dadurch unverzichtbar für das Ganze. Was im sozialen Diskurs oft abstrakt bleibt, wird hier unmittelbar erfahrbar.
Der von der Caritas Oberhausen initiierte Sonnenchor steht exemplarisch für diesen Weg. Hier begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten nicht in einem pädagogischen Setting, sondern in einem künstlerischen Prozess. Die Musik ist kein Mittel zum Zweck – sie ist der Ort der Begegnung selbst.
Aktuelle gesellschaftliche Diskussionen betonen zunehmend, dass nachhaltige Inklusion nicht durch strukturelle Maßnahmen allein entsteht, sondern durch gelebte Beziehung. Durch Räume, in denen Menschen sich als wirksam erleben, gehört werden und Resonanz erfahren. Der Sonnenchor ist ein solcher Raum.
Vielleicht liegt darin seine leise, aber tiefgreifende Kraft: Er zeigt, dass Verständigung nicht zuerst im Kopf geschieht, sondern im Körper.Im Atem. In der Schwingung zwischen Menschen.
Oder anders gesagt: Wo wir gemeinsam klingen, verlieren Vorurteile ihre Selbstverständlichkeit. Die Resonanz kann heilen!
Und genau darin liegt seine gesellschaftliche Relevanz – für jeden von uns.
Nach unserem fulminanten Auftritt im März 2026 im Duisburger Hof mit „Sternenstaub ist überall“, folgt das Projekt „Voyager -Musik für das Universum“ für 2027. Sternenstaubchor!
wir suchen SATB für unseren Sternenstaubchor (2017). Nach einem sehr erfolgreichen Konzert am 14.März 2026 geht die Reise weiter und wir würden uns sehr über 1-2 Mitglieder mehr in jeder Stimmlage freuen.
Ich stehe für kontinuierliche, professionelle Stimmbildung und Gesangsunterricht in den Chorproben. Wir fördern unsere Sängerinnen und Sänger durch solistische Aufgaben. Alle Solisten in unseren Konzerten sind immer auch im Sternenstaubchor. Unser Repertoire umfasst jedes musikalische Genre.
Es gibt für 2026 und 2027/2028 noch größere Chorprojekte. Im nächsten Jahr feiern wir unser 10 jähriges Bestehen mit einem großen Konzert.
Wir proben jeden Dienstag von 19:45-21:45 Uhr im Kunstverein Duisburg Weidenweg 10 in 47059 Duisburg. Parkplätze sind vorhanden.
Der Chor ist keine Erfindung der Neuzeit. In der griechischen Antike bezeichnete das Wort chorós zunächst einen umgrenzten Tanzplatz, später den Reigen selbst, ausgeführt zu Ehren einer Gottheit, und schließlich die Vereinigung von Singenden und Tanzenden, die das dramatische Geschehen begleiteten.
Der Chor war von Anfang an mehr als Klang. Er war Haltung, Präsenz, Gemeinschaft – und Verantwortung. Sophokles lässt den Chor in der Antigone sagen:
„Nichts gewaltiger denn der Mensch;
Weil auf dunkele Flut der See,
Von Südstürmen umhergedrängt,
Er tritt des Wogengetoses
Empörten Schwall hindurch.“
Diese Verse sprechen von Kraft, aber auch von Ausgesetzt sein. Und genau hier beginnt Chorarbeit.
II. Die Stimme erheben – was das eigentlich bedeutet
Die Stimme ist kein neutrales Werkzeug. Sie ist immer eine gehörte Stimme.
„Indem unsere Stimme stets eine gehörte Stimme ist, hat sie Appellcharakter. Wer die Stimme erhebt, entblößt sich, tritt ein in eine Dimension des Ausgesetzt Seins. Die Präsenz der Stimme hat dabei Aufführungscharakter.“
Chorsingen heißt deshalb nicht: „Ich singe, solange ich mich sicher fühle.“ Sondern: Ich bringe mich ein – mit allem, was ich habe. Das gilt unabhängig von Vorerfahrung, Alter oder Stimmlage. Es gilt für Anfängerinnen ebenso wie für geübte Sängerinnen.
III. Klangfarbe – und warum Intonation kein Zufall ist
Singen beginnt nicht bei der Note, sondern beim Körper.
„Die Stimme hört auf, der Sprache als reines Transportmittel zu dienen,
und führt stattdessen metaphorisch vor, wie sich ein von den Zwängen der Schwerkraft befreiter Körper empfinden würde.“
Intonation ist deshalb kein Talent, sondern ein Zustand
Sie entsteht, wenn:
Atem geführt wird
der Körper tragfähig ist
und die Stimme frei schwingen darf.
Ein Chor, der intonatorisch unsicher ist, ist kein schlechter Chor. Er ist ein Chor, der noch nicht dieselben körperlichen und klanglichen Erfahrungen teilt. Genau hier setzt meine Arbeit an.
IV. Mein Verständnis von Chorarbeit
Ich arbeite nicht mit „Tricks“. Ich arbeite mit Stimme, Zeit und Wiederholung. Chorarbeit bedeutet für mich:
die Stimme ernst zu nehmen
sie systematisch zu schulen
und sie in einen gemeinsamen Klang zu überführen.
Dazu gehört auch ein Satz, der bewusst ausgesprochen werden darf: Es darf – und soll – zu Hause geübt werden. Nicht als Pflicht. Sondern als Teil einer gemeinsamen Verantwortung. Ein Chor wächst nicht nur im Probenraum. Er wächst dort, wo einzelne Stimmen beginnen, für sich selbst zu sorgen.
V. Die Singschule als gemeinsamer Rahmen
Alle Gesangunterrichte und Chorarbeiten laufen unter dem Dach meiner SINGSCHULE THOMAS BREMSER in Duisburg.
Das bedeutet:
klare stimmtechnische Grundlagen
einheitliche Begriffe und Bilder
Übungen, die nachvollziehbar und wiederholbar sind
und Transparenz darüber, warum wir etwas tun.
Übungsmaterial, Einsingkonzepte und Noten werden strukturiert vermittelt. Kopierte Noten dienen ausschließlich der Arbeit – Originale sind jederzeit einsehbar.
VI. Stimmlagen – kein Etikett, sondern ein Arbeitsfeld
Stimmlagen sind Orientierungen, keine Schubladen. Frauenstimmen bewegen sich zwischen:
Sopran
Mezzosopran
Alt
Die Zuordnung erfolgt nicht nach Wunsch, sondern nach:
Klang
Tragfähigkeit
und langfristiger Gesundheit der Stimme.
Das kann sich verändern – und darf es auch.
VII. Wie wir konkret arbeiten werden
Unsere Arbeit wird immer drei Ebenen verbinden:
Körper & Atem
– Vorbereitung des Instruments
– bewusste Stütze
– Spannung ohne Härte
Phonation & Klang
– Vokalarbeit
– Registerbalance
– gemeinsamer Resonanzraum
Musikalische Umsetzung
– Intonation
– Textverständnis
– Ausdruck
Kurze Übungseinheiten für zu Hause werden Teil dieses Konzepts sein. Nicht viel. Aber regelmäßig
VIII. Zum Schluss
Chorarbeit ist kein Wettbewerb. Sie ist ein Weg. Ein Weg, auf dem viele Stimmen zu einem gemeinsamen Klang werden – nicht trotz ihrer Unterschiede, sondern wegen ihnen. Oder, um mit Sophokles zu enden:
Der Mensch ist gewaltig – nicht, weil er alles kann, sondern weil er sich dem Klang anvertraut.
Sternenstaub ist überall am 14.3.2026 Duisburger Hof Großer Ballsaal Wyndham Hotel um 19:30 Uhr.
CATERINUCCIA und die GOLDEN RECORD
Die Silberbüchse war kleiner als gedacht. Ein Taschentuch darin. Alt. Benutzt. Aufgehoben aus Gründen, die niemand mehr genau weiß.
Eine der Antennen der Voyager hatte sie erwischt – nicht sanft, eher wie ein Insekt auf der Windschutzscheibe der Ewigkeit. Aufgespießt. Kein Unfall. Eher ein Missverständnis zwischen Raumfahrt und Erinnerung.
Die Golden Record ließ sich nicht lösen. Sie klebte. Nicht technisch – emotional. Als hätte sie erkannt, wer da an ihr zerrt.
Dieses warme Gefühl dann. Kein Triumph. Eher ein Wiedererkennen. Wie wenn man einen Geruch wahrnimmt und plötzlich weiß, wer man einmal war, bevor man es vergaß.
Das Taschentuch sagte nichts. Aber es wusste alles.
Sternenstaub eben. Ist überall. Thomas Bremser (to be continued)
Samstag 14.März 2026 im Duisburger Hof um 19:30 Uhr
Wyndham Hotel Großer Ballsaal Opernplatz 2 in 47051 Duisburg
STERNENSTAUB IST ÜBERALL Ein Zwischenbericht aus der Klangkammer der ODYMORPH
Der Sternenstaubchor erhebt sich nicht einfach zum Singen — er entsteht, wie Nebelinseln im frühen Universum entstehen: aus Atem, aus Erwartung, aus der leisesten Schwingung einer Erinnerung, die noch keiner gedacht hat.
Seine Stimmen legen sich übereinander wie Spiralgalaxien, treffen sich, verfehlen sich, finden sich wieder in einem Punkt jenseits des Hörbaren. Manchmal klingt es, als würde jemand von innen an die Wände der Zeit klopfen.
Britta Antunes Akkordeon öffnet hierzu die Schleusen: ein Druckausgleich zwischen Welt und Zwischenwelt, ein metallisches, warmes „Einatmen“, das die ODYMORPH in Bewegung setzt. Jeder Ton ein Korridor, jeder Balgzug ein neuer Abschnitt der Reise.
Und ich selbst? Meine Stimme hängt wie ein Lichtfaden an der Außenhaut der Realität, weht im Sonnenwind, spannt sich, reißt fast doch im Moment des Zerreißens verdichtet sie sich zu jenem leisen Kern, der zwischen Orpheus und Zukunft navigiert.
So beginnt unser Konzert. Nicht mit Musik, sondern mit Entstehung.
März 2026 · 19:30 Uhr Duisburger Hof · Großer Saal Sternenstaubchor · Zungenreden · Thomas Bremser
Ein theatralisch-musikalisches Chorkonzert über Klang, Zeit und Sehnsucht. FAUSTL – mein Alter Ego ist Reisender zwischen Sternen, Mythen und Menschlichkeit – stürzt mit seinem Raumgleiter ODYMORPH aus der Milchstraße zur Erde.
In seiner silbernen Schachtel hat er die goldene Schallplatte der Raumsonde VOYAGER gestohlen – einfach abmontiert.
Wenn FAUSTL Sauerstoff aus Flaschen inhaliert, verwandelt er sich in den ORPHEUS BRITANNICUS HENRY PURCELL und stiftet, in einem Rettungsboot der QUEEN MARY 2 gelandet, musikalische Unruhe. Was für ein Spaß!🚀
Er sucht sich selbst und alle Antworten auf alle Fragen.
Auf seinem Weg begegnet FAUSTL frostigen Menschen, dem Cold Genius aus Purcell‘s KING ARTHUR, verlorenen Stimmen und kosmischen Echos: Pink Floyds „Astronomy Domine“, Purcells „Cold Song“, David Bowies „Space Oddity“, Elton Johns „Rocketman“ und Werke von Ruth Morris Gray und Anna Depenbusch und viele andere – und die verschmelzen zu einer poetischen Odyssee durch Raum, Zeit und Klang. Time Stands Still ist das Motto an diesem Abend.
Zwischen Musik, Licht und Sprache entsteht eine Reise vom All zur Erde – und zurück ins Innere. FAUSTL erkennt: Die größte Entdeckung ist nicht im All, sondern im eigenen Herzen. „Ich weiß, was ich weiß… Ich flieg durch die Zeit.“
Mitwirkende: Sternenstaubchor Duisburg Ensemble Zungenreden Britta Antunes Akkordeon Thomas Bremser Altus Counter-Tenor Musikalische Gesamtleitung Thomas Bremser
Ort: Duisburger Hof, Samstag 14. März 2026 Opernplatz 2 47051 Duisburg WYNDHAM Hotel